LémanisCH

Die Genfer Regierung rüstet auf: mit hochauflösenden Videokameras soll ein ganzes Quartier konsequent und rund um die Uhr überwacht werden. Für die SP-Nationalrätin Chantal Galladé ist «… die Angst vor einem Überwachungsstaat … übertrieben: Die Politik und die Bevölkerung [sind] sensibilisiert genug, um allfällige Auswüchse zu verhindern».

Liebe Frau Galladé: Sie irren. Sehr. Das ist ein Auswuchs, und Sie als gewählte Volksvertreterin sind offensichtlich nicht gewillt, ihn zu verhindern. Nein, sie begrüssen ihn sogar. Dabei sollte auch Ihnen klar sein, dass mit diesen massiven Eingriffen in die Privatsphäre [ja, die existiert auch im öffentlichen Raum!] höchstens eine Verschiebung des Problems erreicht wird. Wenn überhaupt. Der nächste „logische“ Schritt wird sein, die Überwachung auszudehnen auf die Quartiere, die neu betroffen sind.

Weg mit diesem Unsinn! Das Geld soll für mehr Polizisten ausgegeben werden. Auch keine Ideallösung, aber immer noch viel besser als diese ungebremste und unkontollierte konstante Bespitzelung durch den Staat.

 

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BedenkliCH

SwissTengu hat seine Gedanken zur kürzlich aufgedeckten Schwachstelle im Genfer E-Voting System in herrlicher Weise in Bits und Bytes zusammengefasst. Und er hat mir die Erlaubnis gegeben, mal den Versuch einer Übersetzung zu starten. Also: lesen und merken!

So ist es also geschehen: Ein Hacker hat den Beweis erbracht, dass das Genfer E-Voting System kaputt ist. War da nicht schon mal was …?

Ein kurzer Rückblick: der Genfer Sébastien Andrivet hat sich die Zeit genommen, in einer geschlossenen Umgebung eine Minimalversion des E-Voting Servers nachzubauen. Seine Motivation: nichts anderes als herauszufinden, ob es möglich sei, die Funktion „Stimme ändern“ zu missbrauchen.
Und er hat es geschafft. Mit ein wenig Finesse, ein wenig Javasript und ein wenig viel Geduld beim Reverse-Engineering (weil der Quellcode ja logischerweise (?) nicht öffentlich zugänglich ist) hat er das Resultat an einer Veranstaltung zum Thema Sicherheit auf magistrale Art demonstriert. Weiterlesen

MisstrauisCH

Es gibt diejenigen, die sagen, man solle sich nicht um die Geheimdienste kümmern, sondern um die privaten Datensammler. Sie liegen falsch!

Den privaten gebe ich meine Daten freiwillig,. Die Geheimdienste hingegen sammeln sie ohne mein Wissen und gegen meinen Willen. Es ist jedem freigestellt, die Dienste von goolge, facebook, twitter, Microsoft, Apple und allen anderen Kraken zu nutzen. Oder dies eben sein zu lassen. Wenn Geheimdienste Datenleitungen anzapfen und jedes Paket speichern, wenn sie jede Nachricht, jeden Chat, jedes Telefonat mitlesen und mithören, wenn sie sie ohne Verdachtsmoment die Verbindungsdauer, den Standort, die Nummer des Angerufenen und weitere „Randdaten“ auf Vorrat über Monate, über Jahre speichern lassen, dann ist das ein ungeheurer und ungerechtfertigter Eingriff in die Privatsphäre aller Menschen. Es ist ein Misstrauensvotum gegenüber denjenigen, denen sie Rechenschaft schuldig sind. 

Misstrauen gegenüber dem Staat ist das ureigentliche Recht eines jeden Menschen. Wenn der Staat den Menschen misstraut dann ist das nichts anderes als eine Bankrotterklärung. Und die Tatsache, dass es Dinge wie #PRISM, #TEMPORA und #ONYX überhaupt gibt, dass die Verantwortlichen sie auch noch als Dienst am Menschen verteidigen, das ist beleidigend.