GeschiCHte? So ein Unsinn

Die Junge SVP hat eine Website eingerichtet. Hurrah! Es ist eine speziell «schweizerische» Webseite. Die JSVP will endlich Schweizer Schüler vor linker Indoktrination schützen. Auf der Webseite können Schüler «Vorfälle melden» und an der «Bildungsoffensive gegen linke Lerninhalte» teilhaben. Und endlich wieder Schweizer Geschichte lernen.

Soweit mal die Situation. Über die Tatsache, dass der JSVP hier offensichtlich das (welt)geschichtliche Wissen fehlt, wurde schon viel berichtet: diese Aktion ist ein Aufruf zu Denunziantentum und drückt den Wunsch aus, die Lehrerschaft gleichzuschalten. Sie ist aber insbesondere ein widerwärtiger Ausdruck von Engstirnigkeit und Borniertheit. Denn es wird bemängelt, dass die Schweizer Geschichte im Unterricht zu kurz kommt. Wozu das führt ist klar: ein Mangel an Patriotismus und Konservatismus. Zitat: «Nur wer die eigene Geschichte kennt, weiss auch, wo er herkommt und versteht die Gegenwart». Die eigene Geschichte ist gemäss der JSVP also die Schweizer Geschichte, und wo jemand her kommt ist die Schweiz. Und ganz klar nicht Europa. Und schon gar nicht die Welt.

Die Beschränkung auf ein arbiträr ausgewähltes Gebiet ist unsinnig. Genauso könnte jemand fordern, endlich mehr Aargauer, anstatt Schweizer Geschichte zu unterrichten, oder mehr Badener Geschichte anstatt der Geschichte des Kantons Aargau. Das ist absurd. Wir sind in erster Linie Menschen und allesamt sind wir Bewohner dieser Welt. Weltgeschichte ist die einzige Geschichte, die für die Menschheit zählt.

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