Fundis versagen

Es gibt sie noch, die religiösen Fanatiker. Der Glarner Heinz Hürzeler ist einer von ihnen. Er hat eine Volksinitiative lanciert, die Abtreibungen in der Schweiz (wieder) verbieten will. Herr Hürzeler ist – wenig überraschend – Mitglied der Eidgenössischen Demokratischen Union EDU. Die EDU betreibt mit ihrem Namen etwas Schindluderei, denn ihr liegen weder die Eidgenossenschaft noch die Demokratie am Herzen. Es geht ihr ausschliesslich um den Erhalt archaischer christlicher Werte.

Umso erfreulicher ist daher die Nachricht, dass die Volksinitiative mit sehr grosser Wahrscheinlichkeit gar nie zur Abstimmung gelangen wird. Es fehlt ihr an Unterstützung. Und ja, «erfreulich» ist hier mit Absicht gewählt, selbst wenn es sich dabei um einen Ausdruck von Schadenfreude handelt. Denn einerseits ist das Anliegen der Initianten an sich verabscheuenswürdig: sie stellen ihre verstaubten Ansichten über die Interessen von Menschen. Und andrerseits haben sie sich bei der Unterschriftensammlung schlicht dilettantisch angestellt. Eine Volksinitiative bedeutet Arbeit. Viel. Harte. Arbeit. Es braucht Überzeugungsarbeit auf der Strasse, an der Arbeit, bei Kollegen, Freunden, Bekannten. Kein Thema ist ein Selbstläufer. Zum guten Glück insbesondere nicht dieser fundamentalistisch christliche Unfug.

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